„Ein Fuchs!“ flüstere ich laut. Es ist 00:10 Uhr und wir stehen am Riffelsee auf 2800m. Der Mond ist ca. 1/3 gross und gibt genügend Licht, um das Matterhorn mit Struktur im Fels fotografieren zu können. Ich mache die Stirnlampe an und zwei leuchtende Augen kommen zügig auf mich zugelaufen. Lampe aus. Wieder an. Die Augen kommen näher. „Hoffentlich hat der keine Tollwut!“ Jenny und mir wird die Situation etwas unheimlich.

Als der Fuchs noch 15m entfernt ist klatsche ich in die Hände und er macht einen Bogen um uns, als wenn er dressiert wäre. Sobald die Augen nicht mehr direkt im Lampenlicht sind ist nichts mehr von ihm zu sehen. Wir tauschen noch einen verunsicherten Blick und wenden uns wieder den Kameras zu. Doch zwei, drei Minuten später hört man ein lautes Rascheln, wie von einer Plastiktüte. Ich stelle die Stirnlampe auf die hellste Stufe und suche den Hang hinter uns ab und da ist er wieder! Zügig läuft der Fuchs von uns weg, mit einer weissen Plastiktüte im Maul. Wahrscheinlich haben die Bergsteiger im Zelt neben uns Essensreste draussen liegen gelassen und der Fuchs hat sich sein Frühstück geholt.

Zelt-Alpen-Sonnenuntergang-Wolken

Mountain Hardwear Direkt 2 Zelt auf 3000m bei Sonnenuntergang in den Alpen

 

Das Mountain Hardwear Direkt 2 Zelt ist ideal für Landschaftsfotografen in den Bergen

Mit nur 1.4kg Gesamtgewicht und kaum mehr Packmass als eine 2 Liter Flasche Cola ist das Zelt ideal für mich als Abenteurer und Landschaftsfotograf. Meist bin ich alleine unterwegs und verbringe Stunden damit, im Zelt zu sitzen/liegen und auf etwas zu warten. Auf den Sonnenuntergang, auf die Milchstrasse, auf den Mond, darauf, dass der Mond untergeht…

Das Direkt 2 ist für mich und meine Ausrüstung eigentlich schon zu gross. Mit 1.78cm passe ich von der Länger her genau rein und kann bequem aufrecht sitzen. Wenn ich noch eine Frau dabei habe, wird es… kuschelig. Mit einem zweiten Mann geht es eigentlich nur, wenn wir Kopf an Fuss liegen und die Rucksäcke entweder draussen bleiben, oder unter den Füssen liegen. Es ist ein Expeditionszelt und nicht für den Dauereinsatz für Komfort-Camper gedacht.

direkt-2-aufbau

Die Stange verläuft innen und muss mühsam mit Ösen befestigt werden

Der Aufbau geht – nachdem man rausgefunden hat, wie – innerhalb von Sekunden. Dann brauche ich aber noch mehrere Minuten, bis ich es verspannt habe. Nicht wirklich ideal gelöst, aber immerhin erfolgt das von innen, sprich ich kann es auch im Regen aufstellen.

In diesem Video sieht man den Aufbau: https://youtu.be/latftPpbI-k

Mountain Hardwear Zelt unter Sternenhimmel in der Schweiz

Mountain Hardwear Zelt unter Sternenhimmel in der Schweiz

 

 

Robustheit und Bergtauglichkeit

In den Alpen habe ich oft keine Möglichkeit, einen Hering zu setzen. Manchmal kann ich die Schnüre mit Steinen befestigen, manchmal stehe ich im Schnee und oft einfach auf einer Steinplatte. Daher muss ein Bergzelt freistehend sein. Das Direkt 2 von Mountain Hardwear steht auch ohne Heringe sehr stabil. Ich brauche gerade mal 3 halbwegs flache Quadratmeter. Es gibt kein Fliegennetz, da es in den Alpen in der Nacht zu kalt für Insekten ist.

mountain-hardwear-direkt-2-review

Alleine hat man sehr viel Platz im Zelt

Das Zelt ist einwandig und aus sehr reissfestem Material. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass es sehr dünn und leicht ist. Ich habe z.B. ein Loch mit der Zeltstange gepiekst, ohne es zu merken. Auch der Boden bei solchen Zelten ist zu dünn. Man muss es eigentlich mit einem extra Unterboden versehen. Es gibt einen passenden Footprint von Mountain Hardwear (60 CHF). Man muss immer darauf achten, dass man genügend gut lüftet (Erstickungsgefahr!). Im Dach und im Eingang sind Lüftungsschlitze, ich lasse auch den Reissverschluss immer ein Stück weit offen. Dann hält sich das Kondenswasserproblem auch in Grenzen. Belüftung ist nicht gerade die Stärke von diesem Zelt.

mountain-Hardwear-Zelt-Review

Mein Büro ist… wo mein MacBook ist. Und mein Zelt ist meine Burg

 

Zelten in den Alpen im Winter

Zelten in den Alpen im Winter

 

Guten Morgen Kaffee im Zelt in den Alpen im Winter

Guten Morgen Kaffee im Zelt in den Alpen im Winter

 

Fazit

Man muss den Aufbau etwas üben. Hat man das mal im Griff, dann bekommt man ein fantastisches Zelt für den alpinen Einsatz. Das Zelt ist nur für kalte Gebiete geeignet und mit wenig mehr Gewicht kommt man andere Zelte mit mehr Komfort – ich habe z.B. das Hilleberg Rogen. Wenn man aber sehr wenig Platz zum Aufstellen hat und womöglich ohne Heringe auskommen muss, dann ist das Zelt nahezu ideal! Man muss sich einfach bewusst sein, dass es ein teures Zelt ist, dass nicht lange leben wird.

Milchstrasse in den Alpen der Schweiz. Zelt bei Langzeitbelichtung.

Milchstrasse in den Alpen der Schweiz. Zelt bei Langzeitbelichtung.

 

2017-05-19T06:22:03+00:00

3 Comments

  1. Familienzelt Tester 9. November 2016 at 18:45 - Reply

    Toller Artikel. Unfassbare Bilder.
    Mir gefällt der Artikel rundum sehr gut und ich habe ihn mit Begeisterung gelesen 🙂
    Freue mich auf weitere Artikel 😉

  2. Heiko 23. May 2017 at 11:01 - Reply

    Ich war damit 4 Tage auf einem Festival. Es passt auch eine Doppel- Luftmatratze rein.

    Eine Nacht hat es durchgehend geregnet und es war ziemlich dicht. Wenn man natürlich an die Seitenwände kommt tropft es etwas.
    Zudem dunkelt es morgens relativ ab sodass es gar nicht so übertrieben hell wird im Zelt.

    Auf- und Abbau wirklich einfach!

    Kann man für den Preis definitiv empfehlen!

  3. Jack 30. June 2017 at 14:52 - Reply

    Super Fotos und super Beitrag, sehr interessant! Danke

Leave A Comment